Die Katholische Arbeitnehmer – Bewegung (KAB) begrüßt die heute im Vatikan vorgestellte Enzyklika „Caritas in veritate“ (Über die ganzheitliche Entwicklung des Menschen in der Liebe und in der Wahrheit). Der Limburger Diözesanpräses der KAB, Albert Seelbach, Frankfurt, ist erfreut, dass diese Enzyklika einen Tag vor Beginn der G8 Gipfelkonferenz in L ´Àquila in Italien veröffentlicht wird. Es sei zu wünschen, dass die führenden Politiker, diesen Text zur Kenntnis nehmen und ihn in geeignete Taten umsetzen.Die Eindeutigkeit, mit der Papst Benedikt – trotz der weltweiten wirtschaftlichen Verflechtungen, die wir als Globalisierung bezeichnen, - die Verantwortung eines starken und aktiven Staates einfordert (CiV 24), kann die KAB als christliche Arbeit-nehmerorganisation nur begrüßen und unterstützen, so Albert Seelbach. Die KAB sieht in dem neuen Sozialrundschreiben eine konsequente Fortentwicklung der katholischen Soziallehre der letzten Päpste. „Caritas in veritate“ ist ein gesellschaftliches Manifest und wichtiger politischer Auftrag aus dem christlichen Glauben und Jesu Liebe“, erklärte der KAB – Präses. Der Papst ruft nicht nur die Verantwortlichen der großen Industrieländer der Welt auf, den aktuellen Herausforderungen mutig zu begegnen und dabei die notwendigen ethischen Grundsätze nicht zu vergessen, sondern er ermutigt alle Menschen guten Willens, sich nicht nur als Opfer, sondern auch als Mitgestalter der aktuellen Entwicklungen zu sehen. Seelbach ist der Auffassung, dass es kaum eine stärkere Unterstützung der Gewerkschaften, der kirchlichen Sozialverbände und der neuen sozialen Bewegungen wie attac geben kann, die es zu ihrem Programm gemacht haben, die Entwicklung aktiv zu mehr Gerechtigkeit hin zu gestalten. Er wünscht sich, dass diese Enzyklika von möglichst vielen Christen und anderen verantwortungsbewussten Menschen gelesen wird und ihnen Orientierung für ihre Haltung zu gesellschaftlichen und politischen Fragen gibt. Die Würde der Arbeit und des abhängig arbeitenden Menschen, wie sie der Papst beschreibt, schließen Dumpinglöhne und Ausbeutung aus, in Deutschland, in Europa und weltweit. „Die Sozialenzyklika ist eine deutliche Absage an die weltweite Spaltung der Menschheit in Arm und Reich. Die KAB begrüßt die Ausführungen des Hl. Vaters zur sozialen Sicherung (CiV 25). Der Abbau der sozialen Sicherungssysteme muss gestoppt werden. Im Gegenteil, so der Diözesanpräses, die soziale Sicherheit vor den Risiken der Arbeitswelt, des Alters und der Krankheit müsse weltweit ausgebaut werden Der Limburger Diözesanpräses weist in diesem Zusammenhang hin auf das solidarische und nachhaltige Alterssicherungsmodell der katholischen Verbände, das die Menschen vor Armut im Alter schützen könne.Seelbach fordert alle Christen im Bistum Limburg – besonders die Bistumsleitung, die synodalen Gremien und die Verantwortlichen in den Gemeinden auf, die Enzyklika zu lesen und sie zur Richtschnur ihres Handelns zu machen. „Wir müssen heute anfangen, damit die Welt morgen gerechter und solidarischer wird,“ sagte er.